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Stand: 07.05.2019

Pressemitteilung

Eine besondere Aufgabe

neuewege-0415-250.jpg Aufgrund der steigenden Nachfrage nach einer Therapie für lernbehinderte Kinder, die sexuell übergriffig sind, erweitern die Caritas-Beratungsstelle "Neue Wege" und die Evangelische Kinderheim – Jugendhilfe Herne & Wanne-Eickel gGmbH ihr kombiniertes Behandlungs- und Betreuungsangebot. Grundlage der gemeinsamen Arbeit bildet ein Kooperationsvertrag, der kürzlich im Beisein von Volker Rhein, Geschäftsführer des Evangelischen Kinderheims, und Caritasdirektor Ulrich Kemner unterzeichnet wurde.

Die beiden Einrichtungen kümmern sich bereits seit sieben Jahren erfolgreich um jugendliche Sexualstraftäter ab 14 Jahren, die eine vergleichsweise niedrige Intelligenz haben. In Abstimmung mit dem Jugendamt ist "Neue Wege" für die ambulante Therapie der Jugendlichen zuständig. Das Herner Kinderheim übernimmt während der im Schnitt rund 36 Monate dauernden Behandlung die Betreuung in einer spezialisierten Intensivwohngruppe.

"In der Vergangenheit hatten wir immer wieder Anfragen wegen jüngerer Kinder, mit denen wir einzeltherapeutisch gearbeitet haben", berichtet Monika Bormann, Leiterin der Beratungsstelle "Neue Wege". "Da aber Gruppentherapie besonders effektiv ist, haben wir unser Hilfskonzept erweitert und bieten nun ebenfalls eine ambulante Gruppe für Jungen unter 14 Jahren an." Um die professionelle Begleitung außerhalb der Therapiestunden sicherzustellen, hat der evangelische Kooperationspartner neben der bereits bestehenden Wohngruppe "KommPass" eine weitere Gruppe mit dem Namen "Atlas" eröffnet.

"Die Jungen stammen oft aus schwierigen Verhältnissen", erzählt Erziehungsleiter Marcel Schmidt. "Umso wichtiger ist es, sie während der Behandlung aus ihrem gewohnten Umfeld herauszulösen und ihnen Verhaltensalternativen aufzuzeigen. Zugleich arbeiten wir mit den Familien zusammen, um diese in den Therapieprozess mit einzubeziehen." Ziel der kombinierten Intensivbetreuung ist es, einen weiteren Missbrauch zu verhindern. Die Therapeuten müssen dabei stets die eingeschränkte kognitive, soziale und emotionale Entwicklung ihrer jungen Patienten im Blick haben.

Sozialpädagoge Christian Stahl erläutert den besonderen Therapieansatz: "Die Jugendlichen können sich nicht lange konzentrieren und verfügen über ein begrenztes Ausdrucksvermögen. Viele können nicht lesen. Wir setzen daher bewusst Wiederholungen, Rituale und markante Bilder ein." So verdeutlicht ein rot-weißes Absperrband Grenzen. Karten in drei Ampelfarben helfen den Jugendlichen, ihre aktuelle Stimmung auszudrücken.

Annette Borgstedt
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Caritasverband für Bochum
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