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Stand: 27.12.2016

Pressemitteilung

Mit kühlem Kopf und heißem Herzen für den Nächsten

Caritasdirektor Hans-Werner Wolff, der ehemalige Caritasdirektor Dieter Engelke und Ulrich W. KemnerVon li. nach re.: Caritasdirektor Hans-Werner Wolff, der ehemalige Caritasdirektor Dieter Engelke und Ulrich W. Kemner

Am Freitag wurde der 66-Jährige im Rahmen eines Festempfangs im Pfarrheim von St. Marien Bochum-Stiepel verabschiedet und sein Nachfolger Hans-Werner Wolff (52) als neuer Caritasdirektor vorgestellt. Neben der Bürgermeisterin, die den gebürtigen Bochumer noch aus der gemeinsamen kirchlichen Jugendarbeit kennt, nahmen über 100 Gäste aus Kirche, Stadt und Sozialwesen an der Feier teil, zu der Caritasrat mit seinem Vorsitzenden Gerhard Gördes eingeladen hatte. Darunter auch der emeritierte Weihbischof Franz Vorrath, der zu Beginn zusammen mit Stadtdechant Michael Kemper, Ehrenstadtdechant Dietmar Schmidt, Prior Pater Andreas Wüller und Pfarrer Pater David Ringel einen persönlich gestalteten Dankgottesdienst für Kemner abhielt. "Wir kennen uns seit Ende der Siebziger Jahre, als Sie in der Jugendseelsorge unseres Bistums Ihren kirchlichen Dienst aufgenommen haben. Im September 2006 war ich dabei, als Sie als neuer Bochumer Caritasdirektor eingeführt wurden. Nun möchte ich Sie auch bei Ihrer Verabschiedung begleiten", gab der 81-jährige frühere Bischofsvikar für die Caritas einen Einblick in die gemeinsame Vergangenheit.

Wie bedeutsam der christliche Glaube für Ulrich W. Kemner ist, zeigten die Worte von Stadtdechant Michael Kemper: "Deine Spiritualität hat dich stets geleitet. Als Caritas-Vorstand hast du deine Stimme für die Armen und Benachteiligten unserer Gesellschaft erhoben. Wenn es sein musste, auch mal gegenüber unserer Kirche." Dabei sei es ihm immer um die Sache und um die Themen gegangen, die ihm als Christ wichtig erschienen. Als Beispiel führte Diakonie-Vorstand Jens Fritsch die Flüchtlingsarbeit an, die die beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände in ökumenischer Trägerschaft übernahmen, als im Jahr 2015 immer mehr Flüchtlinge nach Bochum kamen. "Als guter Teamplayer war es für Sie schnell klar, dass diese enorme Herausforderung nur gemeinsam bewältigt werden kann." Überhaupt habe sich der studierte Sozialwissenschaftler Kemner sowohl in seiner Funktion als Caritasdirektor als auch während der sieben Jahre, in denen er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Bochumer Wohlfahrtsverbände war, mit viel Initiative dafür eingesetzt, Bochum als soziale Stadt auszubauen. "Du warst für uns sowohl ein aufmerksamer Mahner als auch ein verlässlicher Partner, wenn es darum ging anzupacken", blickte Erika Stahl auf die Zusammenarbeit im Sozialausschuss der Stadt zurück.

Allerdings wurde Kemners Gestaltungswille immer wieder durch wirtschaftliche Handlungszwänge begrenzt, denen die Wohlfahrtsverbände zunehmend unterworfen sind. So führte er die beiden vormals selbständigen Caritasverbände in Bochum und Wattenscheid zusammen, realisierte den Neubau des sozialtherapeutischen Wohnheims Blomenberg-Hauses in Bochum-Laer, nahm entschlossen den An- und Umbau des Seniorenzentrums St. Franziskus sowie die Modernisierung des Hospiz St. Hildegard in Angriff - für das ebenfalls bereits fertig geplante neue Bochumer Frauenhaus fehlten jedoch lange Zeit die finanziellen Mittel. Grund genug für den ausscheidenden Caritas-Vorstand, bei seiner Verabschiedung für dieses Projekt zu werben und anstelle persönlicher Geschenke um einen finanziellen Beitrag zum Neubau zu bitten. Seine Dankrede nutzte Kemner, um noch einmal mit Nachdruck auf die wichtige Rolle der freien Wohlfahrtspflege in unserem Staat hinzuweisen und die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern: "Wir brauchen Politikerinnen und Politiker - in der Kommune, im Landtag und im Bund, die für Menschen engagierte Sozialpolitik machen." Die zunehmende Ökonomisierung des Sozialen sei eine brisante Entwicklung: "Natürlich ist ein kostenbewusstes Handeln auch im Sozialbereich wichtig. Es geht aber letzten Endes darum, sich immer wieder neu zu vergegenwärtigen, dass hinter den Zahlen immer konkrete Menschen in Not stehen."

Seinem Nachfolger Hans-Werner Wolff, der bis zu seinem Wechsel nach Bochum Caritasdirektor der Verbandsregion Altena-Lüdenscheid war, gab er den Leitspruch an die Hand, mit dem die gesamte Veranstaltung überschrieben war: "Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen."

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