Schuldnerberatung stärken
Krankheit, Unfall oder Trennung sind die häufigsten Ursachen für Überschuldung. Die Caritas-Schuldnerberatung ist wichtige Anlaufstelle in der Stadt. Die Caritas Deutschland warnt vor Kürzungen in diesem Beratungsbereich.
Angesichts der jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes warnt der Deutsche Caritasverband vor Kürzungen bei der Schuldnerberatung. Im Jahr 2025 waren Erkrankung, Sucht oder Unfälle mit 18 Prozent die häufigsten Auslöser einer Überschuldung. Fast gleichauf wurde Arbeitslosigkeit mit 17 Prozent als zweithäufigste Ursache genannt.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: "Am Anfang einer Verschuldungsspirale stehen oft Schicksalsschläge - es manifestieren sich Lebensrisiken, die grundsätzlich jeden treffen können und die zu bewältigen alleine oft nicht gelingt. Schuldnerberatungen haben die nötige Expertise."
Auch die Schuldnerberatung der Caritas Ruhr-Mitte für Bochumer Bürgerinnen und Bürger ist von Kürzungen bei der Landes- sowie Kommunalförderung betroffen. Die von Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa angesprochenen Entwicklungen bei der Zunahme von Beratungsanfragen und der steigenden Komplexität der Beratungsinhalte können
Dipl. Sozialarbeiterin Petra Kerlin und ihr Kollege, Sozialarbeiter Mathias Hoth (gemeinsam 1,5 Stellen) nur ausdrücklich bestätigen. 2025 gab es rund 600 telefonische Anfragen, 400 Anfragen per Mail und ungefähr 150 Langzeitberatungen zuzüglich zahlreiche Kurzberatungen und kollegiale Fachberatungen. In den vergangenen Jahren hätten sich die Anfragen noch einmal immens erhöht. "Viele Ratsuchende müssen abgewiesen oder auf andere Beratungs- und Hilfsangebote verwiesen werden. Auch dort gibt es Begrenzungen der Kapazitäten. Weder für die Ratsuchenden noch für die Beratenden eine befriedigende Situation", sagt Petra Kerlin Hinzu käme, dass sich die Beratungsdauer durch die steigende inhaltliche und rechtliche Komplexität der Beratungen verlängere. Dementsprechend könnten weniger Personen in den Beratungsprozess aufgenommen werden.
"Umso wichtiger ist das kostenlose Beratungsgefüge in der Stadt Bochum zu erhalten und bestenfalls auszubauen. In der Praxis sieht es danach leider nicht aus", so Kerlin. Das unterstreicht auch die Caritas-Präsidentin: "Das Angebot von Schuldnerberatung muss so abgesichert werden, dass es trotz der finanziellen Engpässe vieler Kommunen verlässlich erhalten werden kann."