Nachhaltigkeit in der Kita St. Viktoria
Plus-Kita-Fachkraft Silvia Cech sensibilisiert Kinder im Caritas-Familienzentrum St. Viktoria.
"Was liegt denn da? Können wir das einsammeln?", fragt Kira, fünf Jahre alt. Kira besucht das Caritas-Familienzentrum St. Viktoria nahe der Bochumer Innenstadt. Die Einrichtung kümmert sich mit der Plus-Kita-Fachkraft Silvia Cech um Themen der Nachhaltigkeit und Partizipation. Mit Kiras Frage ist Müll gemeint, der in einen Einkaufswagen gepackt in einer Grünanlage nahe der Einrichtung vor sich hingammelt. Silvia Cech nimmt Anregungen und Hinweise der Kinder gerne auf. "Wir sind viel draußen, beobachten die Natur, die Tiere und alle interessanten Vorgänge - vom Klimawandel, über illegale Müllentsorgung bis zum Regenwurm", erklärt sie. Ihr ist klar, dass sie kaum etwas grundlegend ändern kann, "aber ich kann den Kindern Anregungen geben, an die sie sich vielleicht im späteren Leben erinnern oder die sie weiterentwickeln".
Mit dem Müll am Zaun ist es wie folgt weitergegangen. Spezielle Dinge wie Alufolie, Zigarettenkippen, Kunststoffteilchen oder auch Papiertüten wurden sorgsam unter die Lupe genommen. Informationen zu den Grundmaterialien gemeinsam gesammelt und ausgewertet. "Plastikteilchen bleiben immer erhalten, sie verschwinden nie, sie werden zu Mikro- und Nanoteilchen und bleiben für immer im Boden", so die Umweltfachfrau.
Die Kinder sind von diesen Informationen meist erschüttert und möchten, dass solche Verunreinigungen nicht stattfinden. Im konkreten Fall hat die Einrichtung die Stadtverwaltung informiert und der Platz wurde gesäubert.
Als Grundprinzip ist der Natur- und Waldpädagogin wichtig, dass sie nicht mit dem drohenden Zeigefinger auf Missstände hinweist. Sie möchte Fakten liefern und bewirken, dass Kinder von allein erkennen, welche Alternativen es beim Verhalten gibt. Dies gilt auch für nachhaltige Butterbrotdosen, die jedes Kind im Rucksack hat. "Einwegverpackungen haben bei uns merklich abgenommen", freut sie sich. Außerdem sind die Brotdosen für Kinder eine Form der Identität mit der Einrichtung und machen sie stolz.
Besonders schöne Stunden erlebt sie mit Kleingruppen im Kita-Gartenhäuschen mit großer Grünfläche, Hochbeeten, Bäumen und einem mobilen Stuhlkreis. Hier werden Naturmaterialien untersucht, Kenntnisse über Tiere aus Büchern aufgesogen, Lieder gesungen und Theaterstücke eingeübt. In den Wintermonaten wurde der Braunbär beim Schlaf auf dem Schemel beobachtet. Auch das ist Naturschutz: beobachten und der Natur die nötige Ruhe gönnen.