MdB Janosch Dahmen besucht Hattinger Caritas

Gemeinsam mit Caritasdirektor Alexander Mauer, Tanja Große-Munkenbeck, Leiterin des Suchthilfezentrums, sowie Kerstin Wositsch, Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe, wurden der Bundestagsabgeordnete und weitere Vertreter der Hattinger Grünen wie den Vorstandssprecher Rolf Novy-Huy und Vorstandssprecherin Berit Schoppen durch die Caritas-Beratungsstellen geführt.

Los ging es im alkoholfreien Café Sprungbrett mitten in der Hattinger Altstadt. Das Café ist wichtige Anlaufstelle für Menschen mit einer Suchterkrankung sowie deren Angehörige. Bei Currywurst und Kuchen konnte sich die Runde über die Bedeutung eines solch niederschwelligen Hilfsangebot austauschen. "Hier können Menschen mit und ohne Suchterkrankung sieben Tage die Woche von 9 bis 18 Uhr vorbeikommen und entweder einfach nur einen Kaffee trinken und ins Gespräch kommen, ihre Wäsche waschen, oder auch beratenden und therapeutische Hilfe erhalten", sagt Tanja Große Munkenbeck. Dr. Janosch Dahmen zeigte sich überzeugt von dem Konzept. Als promovierter Arzt sitzt er im Bundestag unter anderem im Ausschuss für Gesundheit, das Thema ist ihm also ein besonderes Anliegen.

"Dass die Suchtberatung gleich über dem Kaffee ihre Räume hat, schafft eine gute Vernetzung, kontinuierliche und schnelle Hilfe bei Suchtproblematiken", lobte Dahmen.

Wege, um Sucht langfristig zu vermeiden

Gleichwohl kam in der Runde das Thema Suchtprävention auf und Dahmen erkundigte sich danach. "Leider ist im Ennepe-Ruhr-Kreis die Prävention sehr reduziert worden, so dass unsere Präventionsbeauftragte nicht wie früher direkte Arbeit an Schulen leisten kann, sondern in erster Linie Lehrer, Erzieher und weitere Verantwortliche in Multiplikatorenschulungen trainiert", erklärte Tanja Große-Munkenbeck. Das Thema möchte Janosch Dahmen gerne in die Kreistagsfraktion einbringen. Caritasdirektor Alexander Mauer erwähnte in diesem Zusammenhang auch die immer schwieriger werdende Finanzierungssituation der Wohlfahrtsverbände. "Einerseits soll es drastische Einsparungen im Sozialbereich von 1,9 Prozent für soziale Dienstleistungen geben, gleichzeitig steigen unsere Kosten kontinuierlich. Wir wissen noch nicht wirklich, wie wir solche Hilfsangebote langfristig aufrechterhalten können", so Mauer.  

Janosch Dahmen stellte ebenso die Frage in die Runde, wie Suchterkrankungen langfristig vermieden werden können, um auch steigende Gesundheitskosten zu minimieren. Eine Kombination aus höherer Bepreisung für Alkohol, geringer alkoholisierter Produkte sowie weniger offensichtlicher Verkaufsstellen für Alkohol könnten dabei ein Weg sein, waren sich alle einig.

Intensivwohngruppe als Zuhause auf Zeit

Weiter ging es in die Caritas-Geschäftsstelle an der Bahnhofstraße 23. Dort befindet sich seit etlichen Jahren eine Wohngruppe für Kinder und Jugendliche, die zu Hause Gewalt erlebt haben oder aufgrund eigener gesundheitlicher Problematiken dort nicht mehr wohnen können. In der Caritas-Intensivwohngruppe in Hattingen leben fünf Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren in familienähnlicher Struktur und werden von Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Sozialpadagog*innen und, wenn nötig, weiteren Mitarbeitenden unterstützt und betreut. "Für diese jungen Menschen ist die Wohngruppe wie ein sicheres Zuhause auf Zeit. Hier bekommen sie die nötige Unterstützung, die gerade für diese Altersgruppe für eine gesunde Entwicklung so wichtig ist. Ziel ist, dass sich die jungen Bewohner zu eigenverantwortlichen, gesellschaftsfähigen Menschen entwickeln", erklärte Kerstin Wositsch, Leiterin der Caritas-Jugendhilfe beim Gang durch die Wohngruppe. Auch hier zeigte sich der Grünenpolitiker beeindruckt von der 24-Stunden-Intensivbetreuung vor Ort. "Leider möchten immer weniger Menschen in einem solchen Bereich arbeiten, Schichtdienste schrecken dabei noch mehr ab. Uns trifft der Fachkräftemangel sehr, gleichwohl wir zumindest auf einen Stamm langjähriger Mitarbeitenden blicken können", machte Wositsch deutlich.

Zum Schluss bedankte sich der Abgeordnete für die Einblicke in die praktische Arbeit des Caritasverbandes in Hattingen und den offenen Austausch.