Großzügige Spende mit bewegender Geschichte
Das Hospiz St. Hildegard in Bochum erhält 30.000 Euro von der Stiftung „Hilfe zum Leben“.
Mit einer ebenso überraschenden wie berührenden Geste ist dem Bochumer Hospiz St. Hildegard in Trägerschaft der Caritas Ruhr-Mitte von der Stiftung "Hilfe zum Leben" eine Spende in Höhe von 30.000 Euro überreicht worden. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die persönliche Geschichte des Spenders:
"Ich habe von Oktober 1952 bis Ende 1953 hier im Haus gewohnt", berichtete Norbert Hadamzyk im Gespräch mit Hospizleiter Johannes Kevenhörster.
Die Verbindung Hadamzyks zu der traditionsreichen Villa in Bochum sorgte für sichtliche Überraschung. Das Gebäude, 1923 vom Fabrikanten und Kunstsammler Karl Gröppel als Familiensitz errichtet, diente nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst als Jungen- und Bergbaulehrlingsheim. Eine Zeit, an die sich Hadamzyk lebhaft erinnert: "Alle damaligen Bewohner unseres Sechs-Bett-Zimmers leben noch heute, drei von ihnen wurden sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet", erzählte er bei Kaffee und Kuchen.
Seit 1995 ist die Villa Gröppel als Hospiz St. Hildegard ein Ort der Fürsorge und Begleitung schwerstkranker Menschen. Und für einen solchen Zweck hatte Hadamzyk vor 25 Jahren seine Stiftung "Hilfe zum Leben" errichtet: um Menschen in besonderen Notlagen zu helfen.
Auch Alexander Mauer, Vorstand der Caritas Ruhr-Mitte und Hospiz-Geschäftsführer, dankte Hadamzyk, der mit seiner langjährigen Kollegin im Stiftungsvorstand Hannelore Pfannkuche gekommen war, für den wertvollen und großen Beitrag. Für beide markiert die Übergabe auch einen Abschied: Altersbedingt scheiden sie aus dem Vorstand der Stiftung aus und überreichen mit den 30.000 Euro zugleich ihre letzte Spende. Aber Pfannkuche betont: "Wir haben die Stiftung Hilfe zum Leben in gute Hände gegeben, sie arbeitet weiter und wird auch zukünftig für Menschen in Not spontan und unbürokratisch reagieren."
Für den Betrieb des Hospizes ist diese Unterstützung von großer Bedeutung. Rund 1.000 Euro täglich werden benötigt, um die umfassende Begleitung und Versorgung der Hospizgäste sicherzustellen. "Eine Formel, die auf viele Häuser übertragbar ist", erklärte Geschäftsführer Mauer, "gerade die historische Bausubstanz und der hohe zusätzliche Personalbedarf verursachen erhebliche Kosten, die durch Spenden gedeckt werden müssen."
Der Blick in die Zukunft bleibt für Hospizleiter Johannes Kevenhörster zuversichtlich. Die Bereitschaft, das Haus finanziell wie auch ehrenamtlich zu unterstützen, sei ungebrochen, sagte er: "Als Hospizbewegung halten wir die Themen Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft präsent." Ein Ansatz, der nicht nur Mut erfordert, sondern auch Gemeinschaft - und Menschen wie Norbert Hadamzyk, die beides eindrucksvoll verbinden.
Zum Bild:
Hospiz-Geschäftsführer Alexander Mauer (l.) und Hospizleiter Johannes Kevenhörster (r.) danken im Foyer des Hospiz St. Hildegard Norbert Hadamzyk (M.) für die 30.000 Euro Spende der Stiftung "Hilfe zum Leben". Foto: Elisabeth Moser