Bundesweiter Tag der Bahnhofsmission

Bahnhöfe sind Orte des Ankommens und des Aufbruchs - für manche Menschen aber auch Zufluchtsorte. "Bahnhofsmissionen bieten hier niedrigschwellige Hilfe, Orientierung und menschliche Zuwendung", sagt Daria Sengüner, Leiterin der Bochumer Bahnhofsmission, die von der Caritas Ruhr-Mitte und der Diakonie Ruhr geführt wird. Sengüner weiß um die wichtige Schlüsselfunktion: "Wir unterstützen hier jeden Tag Menschen auf Reisen sowie in akuten Notsituationen und in existenziellen Notlagen. Unsere Hilfe erfolgt sofort, kostenfrei, ohne Anmeldung oder Voraussetzungen." 2025 hatte die Bahnhofsmission 16 260 Kontakte, davon waren 12 031 Menschen mit längerem Aufenthalt.  Darüber hinaus haben die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission mehr als 30 000-mal Gespräche geführt, schnelle Hilfen angeboten und Auskünfte gegeben.

Kriegsherde auf der Welt sorgen auch immer wieder dafür, dass geflüchtete Menschen am Bochumer Hauptbahnhof ankommen und Hilfe benötigen. Das Team um Daria Sengüner bietet dabei wichtige Unterstützung, wo es nur kann. "Wir leisten Soforthilfe, aber vermitteln die Menschen auch an die Stellen, an denen sie langfristig Unterstützung erhalten." Ein Engagement, das die Helferinnen und Helfer oft emotional sehr bewegt.

In der Propsteikirche zweite Anlaufstelle

Unter den Zahlen der Hilfesuchenden im Jahr 2025 waren rund 3300 Reisende, also der kleinere Anteil der Hilfesuchenden. Das verdeutlicht, dass die Bahnhofsmission ein wichtiger Ort sozialer Direkthilfe und ein Auffangnetz für Menschen in der Stadt ist, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden.

So können sie auch in die Zweigstelle der Bahnhofsmission gehen, die seit 2020 mitten in der Innenstadt geöffnet hat. Im sogenannten Café Himmelreich im linken Seitenschiff der katholischen Propsteikirche an der Unteren Marktstraße bekommen Hilfesuchende täglich ein warmes Getränk, ein Frühstück und vor allem jede Menge Unterstützung. Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden und Sozialarbeiter*innen helfen von Montag bis Freitag dabei, die richtigen Anträge zu stellen, die passenden Anlaufstellen zu finden oder einfach Teilhabe zu erleben. "Wir stehen am Rande der Gesellschaft, mit unserem Bürgergeld kommen wir nicht weit. Deshalb kommen wir jeden Tag gerne ins Café Himmelreich zum Kaffeetrinken, um uns auszutauschen und Fragen zu klären. Es ist einfach eine gemütliche Atmosphäre zusammen" erzählen zwei der regelmäßigen Besucher der Bahnhofsmission-Zweigstelle. Durch regelmäßige Spenden von Unternehmen, Vereinen, Gruppen und Privatpersonen können dort sowie in der Bahnhofsmission am Kurt-Schumacher-Platz immer wieder zusätzliche Angebote gemacht werden wie Waffelbacken, Suppenausgaben, Kleiderausgaben, Feiern und Festessen. "Für die Hilfesuchenden ist die Bahnhofsmission oft die erste Hilfe in einer schwierigen Situation, einfach ein Ort der Menschlichkeit", sagt auch Daria Sengüner.