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Stand: 27.12.2016

Pressemitteilung

Ein Stück Normalität hinter Mauern

Wolfgang Frewer und Birgitta Brämer stehen mit Caritasdirektor Ulrich Kemner an einem StehtischVon links nach rechts: Wolfgang Frewer und Birgitta Brämer von der Freien Straffälligenhilfe mit Caritasdirektor Ulrich Kemner

Das außergewöhnliche Angebot wurde von den Inhaftierten und ihren Familien begeistert angenommen – rund 120 Erwachsene und Kinder verschiedener Nationalitäten nahmen an der Veranstaltung teil. "Wir begleiten die Männer und ihre Familien schon seit Längerem. Sie besuchen die Vater-Kind-Gruppen, den Paargesprächskreis oder die Familienseminare, die wir regelmäßig in der JVA durchführen", erklärt Diplom-Sozialarbeiterin Birgitta Brämer. Dementsprechend locker und vertraut war die Stimmung beim Fest, das nach der Begrüßung durch den evangelischen Seelsorger Burghard Boyke und der Leiterin des Sozialdienstes Silvia Kochel mit einem gemeinsamen Frühstück startete. Danach beschäftigten sich die inhaftierten Väter und die Mütter vor allem mit ihren Kindern, spielten und tobten mit ihnen. Es gab genügend Auswahl: Wettspiele, Bastel- und Malangebote, Kinderschminken, Fußball. Betreut wurden die einzelnen Stationen durch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Straffälligenhilfe und das Personal des Freizeit- und Sportbereichs der "Krümmede".

"Wir sind der JVA und ihren Mitarbeitern dankbar, dass sie uns dieses Fest ermöglicht haben", würdigte Ulrich Kemner, Vorstand des Bochumer Caritasverbands, die Unterstützung durch die Anstaltsleitung. Finanziert wurde das Fest durch den SKM Bochum Förderverein e. V. , der sich für Strafgefangene und deren Familien sowie andere benachteiligte Menschen einsetzt. "Durch das Fest können die Familien ein Stück Normalität leben, von dem sie sonst ausgeschlossen sind", freut sich Wolfgang Frewer, der die Freie Straffälligenhilfe der Caritas leitet. Dabei ist ihm vor allem an den Frauen und den Kindern der Gefangenen gelegen: "Mit der Inhaftierung des Mannes bzw. des Vaters sind sie von jetzt auf gleich völlig auf sich allein gestellt. Das ist nicht nur für die Mütter belastend, da sie den Alltag und die Erziehung ohne den Partner bewältigen müssen. Auch die Kinder leiden - sie vermissen ihren Vater und reden aus Angst vor möglichen Folgen nicht über ihre Sorgen."

Nicht zuletzt versteht sich die familienunterstützende Arbeit der Freien Straffälligenhilfe aber auch als Prävention: "Wenn die Familien der Straffälligen trotz aller Probleme zusammen bleiben, ist das die beste Voraussetzung für eine gelungene Resozialisierung nach der Haft", ist Birgitta Brämer überzeugt.