Psychosoziale Prozessbegleitung

Aufgaben und Selbstverständnis

Ein Anwalt sitzt an einem Schreibtisch und schreibt etwas©sebra - stock.adobe.com / Fotolia

Die PSPB ist eine intensive Form der Begleitung von Opferzeugen im Strafverfahren. Die Anspruchsberechtigten können von der Anzeigeerstattung bis zu einem möglichen Prozessabschluss begleitet werden. Die Mitarbeiter verstehen sich hierbei als Lotsen, die den Betroffenen den Weg durch die unbekannte und schwer verständliche Gerichtswelt erleichtern und erklären.

Die PSPB ist kein Ersatz für eine qualifizierte Opferberatung oder Therapie, sondern soll den Anspruchsberechtigten ganz allgemein durch den kommenden Strafprozess helfen und persönliche Belastungen mindern oder bestenfalls vermeiden. Die Mitarbeiter begleiten ihre Klienten und Klientinnen zu den anberaumten Gerichtsterminen. Die PSPB ist prozessneutral. Das heißt: Das Tatgeschehen wird in der Begleitung nicht thematisiert. Ansonsten könnte den Fachkräften eine Beeinflussung des Zeugen oder der Zeugin vorgeworfen werden und die Glaubwürdigkeit der Vorgenannten beschädigen.

Beiordnung und Kosten

Die Beiordnung einer Psychosozialen Prozessbegleitung erfolgt durch die zuständigen Richter und kann bereits im Ermittlungsverfahren ausgesprochen werden. Die Inanspruchnahme der PSPB ist freiwillig und in der Regel kostenfrei. Die Beiordnung erfolgt nach Antrag.

Bei bestimmten Straftaten, speziell bei minderjährigen Opfern und bei Sexualdelikten, sind die Gerichte ab 2017 gesetzlich zur Beiordnung einer PSPB verpflichtet. Bei vielen weiteren Delikten liegen die Möglichkeiten zur Beiordnung im Ermessen der Richter.