Caritasverband für Bochum und Wattenscheid e. V., 05.12.2016

"Ihnen gebührt höchster Respekt"

Frauenhaus Bochum wurde mit CDU-Bürgerpreis ausgezeichnet

Frauenhaus-300.jpg Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Frauenhauses sind gestern in der Stadtwerke-Lounge des Ruhrstadions mit dem Bürgerpreis der CDU Bochum geehrt worden. Im Beisein des gesamten Einrichtungsteams und mehrerer geladener Gäste, darunter u. a. Bürgermeisterin Erika Stahl, erhielten die Frauen die Auszeichnung aus den Händen von Christian Haardt, Kreisvorsitzender der CDU Bochum. Der Preis ist mit einer Fördersumme in Höhe von 1.000 Euro verbunden.

Die Laudatio hielt die NRW-Landtagsabgeordnete Ina Scharrenbach, die zugleich auch stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Frauen, Gleichstellung und Emanzipation sowie stellvertretende Landesvorsitzende der Frauen-Union NRW ist. "Ihnen gebührt unser höchster Respekt. Sie geben Ihre Zeit, Ihre Kraft, Ihr Mitgefühl an Frauen und deren Kinder, die Gewalt erfahren haben. Sie kümmern sich, sind helfende Hand und Mutmacherinnen." Frauen würden einander oft im Stillen helfen, deshalb sei es gut, dass mit dem CDU-Bürgerpreis die schwierige und belastende Arbeit, die das Frauenhaus Bochum seit 35 Jahren leistet, auch einmal ins Rampenlicht gestellt wird.

Caritasdirektor Ulrich Kemner verwies in seiner Ansprache darauf, dass Frauenhäuser auch 40 Jahre nach ihrer Gründung weiterhin einen Projektstatus haben: "Wir fordern schon seit Langem eine einzelfallunabhängige, verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierung auf gesetzlicher Grundlage. Doch obwohl es dazu sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene bereits mehrere politische Initiativen gab, sind bis heute keine konkreten Schritte erfolgt. In der Umsetzung weisen sich Bund, Länder und Gemeinden jeweils die Verantwortung zu." Dies sei, so Kemner, nicht hinzunehmen: "Die Finanzierung der Frauenhäuser über Tagessätze erschwert vielen von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern einen schnellen und unbürokratischen Zugang zu Schutz und Hilfe."

Umso wichtiger ist es, darin waren sich alle Redner einig, dass die beruflichen Kräfte im Frauenhaus durch Ehrenamtliche unterstützt und ergänzt werden. "Neben dem geschützten Wohnraum, den wir den Betroffenen und ihren Kindern bieten, spielt die psychosoziale Betreuung bei uns eine große Rolle. Durch die Flucht ins Frauenhaus entsteht plötzlich eine neue Situation und es gibt viele Fragen, die geklärt und geregelt werden müssen. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bringen sich mit viel Flexibilität und persönlichem Engagement ein, um den Frauen zur Seite zu stehen und sie zu begleiten", erklärte Einrichtungsleiterin Ulrike Langer. "Der CDU-Bürgerpreis ist für uns Ansporn, uns noch mehr um den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften zu bemühen und das Team weiter auszubauen."

Kurzinfo:

Die CDU Bochum vergibt den Bürgerpreis seit 20 Jahren an herausragende ehrenamtliche Initiativen. Die Ausschreibung erfolgt öffentlich, sodass jede Bochumerin und jeder Bochumer Gelegenheit hat, einen Vergabevorschlag einzureichen. Aus den eingegangenen Nominierungen wählt die Jury, der in diesem Jahr neben Bürgermeisterin Erika Stahl der IHK-Geschäftsführer Eric Weik und Wilken Engelbracht, Finanzvorstand des VfL Bochum, angehörten, die Siegerorganisation aus. Preisträger waren in der Vergangenheit u. a. die Grünen Damen im Bergmannsheil, die Bahnhofsmission und die Freiwillige Feuerwehr.